Salzwasser klingt nach Meer und nach einem Whirlpool ganz ohne Chemie. Tatsächlich desinfiziert auch ein Salzwasser-Whirlpool mit Chlor – er stellt es nur selbst her. In unserer Datenbank haben vier aufblasbare Modelle der Serie Intex PureSpa ein solches System ab Werk eingebaut. Dieser Ratgeber erklärt, wie es funktioniert, wie viel Salz hineingehört und für wen es sich lohnt. Die Angaben zu Salzgehalt und Bedienung stammen aus den deutschen Bedienungsanleitungen von Intex; maßgeblich ist immer die Anleitung Ihres Modells.
So funktioniert ein Salzwassersystem
Das Salz wird nach dem Befüllen im Whirlpool-Wasser gelöst. Läuft das Desinfektionssystem, fließt das Wasser durch eine Elektrolysezelle mit Titanplatte, in der aus dem gelösten Salz Chlor entsteht. Dieses Chlor desinfiziert das Wasser wie herkömmlich dosiertes Chlor. Bei den PureSpa-Modellen läuft der Ablauf laut Anleitung so:
- Salz lösen: Bei laufendem Luftsprudel das Salz gleichmäßig über den inneren Rand streuen, den Boden abbürsten und die Pumpe eine Stunde laufen lassen, bis sich alles gelöst hat.
- Laufzeit wählen: Am Bedienfeld lassen sich 3, 5 oder 8 Betriebsstunden für das Desinfektionssystem einstellen. Bei der ersten Inbetriebnahme empfiehlt Intex 8 Stunden.
- Heizung aus, Abdeckung drauf: Während des Desinfektionszyklus soll die Heizung abgeschaltet und der Whirlpool abgedeckt sein.
- Messen: Mit den beiliegenden Teststreifen prüfen, ob der Chlorgehalt zwischen 2 und 4 ppm liegt. In der Anfangsphase empfiehlt Intex mindestens zwei Messungen pro Tag, später eine pro Woche.
Zusätzlich rät Intex, die Leitungen täglich eine Stunde lang mit eingeschaltetem Luftsprudel zu spülen.
Wie viel Salz hineingehört
- Salzgehalt laut Intex
- 2.000–3.000 ppm
- optimal 2.500 ppm
- Salzmenge, 4 Personen
- 2 kg
- laut Anleitung
- Salzmenge, 6 Personen
- 2,5 kg
- laut Anleitung
- Meerwasser zum Vergleich
- ca. 35 g/kg
- rund 3,5 %
Rechnerisch ergeben 2 kg Salz in den 795 Litern der 4-Personen-Modelle rund 2.500 ppm, 2,5 kg in den 1.098 Litern des 6-Personen-Modells rund 2.300 ppm. Zeigt das Gerät später zu wenig Salz an (Code E91), sieht Intex das Nachdosieren in Schritten von 0,5 kg vor. Meldet es zu viel Salz (Code E92), wird ein Teil des Wassers abgelassen und durch frisches ersetzt. Zu viel Salz ist nicht harmlos: Laut Intex kann es das Netzgerät beschädigen und Metallteile korrodieren lassen.
Auch beim Salz selbst gibt es Vorgaben. Intex rät, auf Salz zu achten, das die Norm EN 16401 für Schwimmbadchemikalien erfüllt, und schließt „chloridionfreie“ Salze ausdrücklich aus. Für die EU verweist die Anleitung zudem auf die Liste registrierter Lieferanten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) nach der Biozid-Verordnung. Fragen Sie im Zweifel im Fachhandel nach, ob ein Salz diese Anforderungen erfüllt.
Welche Whirlpools für Salzwasser ausgelegt sind
In unserer Datenbank haben laut Hersteller diese Modelle ein Salzwasser-Desinfektionssystem:
| Modell | Personen | Wasserinhalt | Salzwassersystem |
|---|---|---|---|
| Intex PureSpa Greystone Deluxe 4 | 4 | 795 l | integriert |
| Intex PureSpa Jet & Bubble Deluxe Octagon 4 | 4 | 795 l | integriert |
| Intex PureSpa Jet & Bubble Deluxe Octagon 6 | 6 | 1.098 l | integriert |
| Intex PureSpa Bubble Glow Deluxe 4 | 4 | 795 l | integriert |
| Intex PureSpa Bubble Massage 4 | 4 | 795 l | vorbereitet, ab Werk deaktiviert; Nachrüstung mit separater Elektrolysezelle |
Alle vier Modelle mit integriertem System haben laut Intex außerdem ein Hartwassersystem und lassen sich per App steuern. Bei den übrigen Modellen in unserer Datenbank nennt der Hersteller kein Salzwassersystem: Die meisten MSpa-Modelle setzen auf eine UV-C-Lampe, Hartschalen wie die Jet-Line Villa Salome auf einen Ozongenerator. Bestway schreibt in der Gebrauchsanweisung seiner AirJet-Modelle ausdrücklich, dass kein Salzwasser zum Befüllen verwendet werden darf, weil hohe Salzkonzentrationen die inneren Metallteile korrodieren können. Geben Sie deshalb nie Salz in einen Whirlpool, für den der Hersteller das nicht vorsieht.
Die Elektrolysezelle pflegen
Die Zelle hat laut Intex eine Selbstreinigungsfunktion, die in den meisten Fällen ausreicht. Bei hartem Wasser setzen sich jedoch Ablagerungen auf der Titanplatte ab, und die Desinfektion wird schwächer. Intex empfiehlt deshalb, die Zelle bei einer Kalziumhärte unter 100 ppm alle zwei Wochen zu kontrollieren, bei mehr als 350 ppm wöchentlich. Zum Reinigen wird die ausgebaute Zelle etwa eine Stunde in Essig eingeweicht und danach mit frischem Wasser abgespült; der Stecker der Zelle muss dabei vollständig trocken bleiben. Vorher Netzstecker ziehen und die Anschlüsse im Becken mit den mitgelieferten Stöpseln verschließen.
Wie hart Ihr Leitungswasser ist, erfahren Sie beim örtlichen Wasserversorger. Allgemeine Tipps zu Kalk, pH-Wert und Filtern stehen im Ratgeber Wasserpflege.
Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Chlor entsteht direkt im Wasser, Sie dosieren seltener Chlorprodukte von Hand
- Salz wird nach dem Befüllen nur nachgefüllt, wenn das Gerät zu wenig Salz meldet
- Laufzeit der Desinfektion lässt sich am Bedienfeld einstellen
- Bei vier Intex-Modellen in unserer Datenbank ab Werk eingebaut
Das spricht dagegen
- Es bleibt eine Chlordesinfektion: Chlorgehalt und pH-Wert müssen weiter gemessen werden
- Nur für Modelle, die der Hersteller dafür vorsieht; zu viel Salz kann Technik beschädigen
- Die Elektrolysezelle muss kontrolliert und bei hartem Wasser gereinigt werden
- Laut Intex soll während des Desinfektionszyklus die Heizung aus sein
- Nach jedem Wasserwechsel muss das Salz neu dosiert werden
Für wen sich ein Salzwasser-Whirlpool lohnt
Ein Salzwassersystem nimmt Ihnen vor allem das regelmäßige Dosieren von Chlorgranulat oder -tabletten ab. Wer ohnehin einen aufblasbaren Whirlpool mit App-Steuerung für bis zu vier oder sechs Personen sucht, findet bei Intex Modelle, die das System bereits mitbringen. Die Routine aus Messen, Filter ausspülen und regelmäßigem Wasserwechsel bleibt trotzdem. Leiten Sie salz- und chlorhaltiges Wasser beim Wechsel nur dorthin ab, wo es zulässig ist – die Regeln legt Ihre Gemeinde fest.
Wer Chlor ganz vermeiden möchte, ist mit einem Salzwasser-Whirlpool falsch beraten. Welche anderen Desinfektionsverfahren es gibt und wie sie sich unterscheiden, erklärt der Ratgeber Wasserpflege. Modelle mit App-Steuerung, darunter alle Intex-Modelle mit Salzwassersystem, zeigt die Liste Whirlpools mit App.
Unsere Einordnung
Ein Salzwasser-Whirlpool ist kein chlorfreier Whirlpool, sondern einer, der sein Chlor selbst herstellt. Das spart das Hantieren mit Chlorprodukten, ersetzt aber weder das Messen noch die Pflege der Elektrolysezelle. Halten Sie sich an die Salzmenge und die Salzqualität aus der Anleitung – bei den Intex-PureSpa-Modellen 2.000 bis 3.000 ppm Salz nach EN 16401 – und geben Sie nie Salz in einen Whirlpool, für den der Hersteller das nicht vorsieht.
Häufige Fragen
Ist ein Salzwasser-Whirlpool chlorfrei?
Nein. Die Elektrolysezelle erzeugt aus dem gelösten Salz Chlor, das das Wasser desinfiziert. Intex nennt für seine PureSpa-Modelle mit Salzwassersystem einen Chlorgehalt von 2 bis 4 ppm, den Sie mit Teststreifen kontrollieren.
Wie viel Salz kommt in einen Whirlpool?
Das legt der Hersteller fest. Intex nennt für die PureSpa-Modelle einen Salzgehalt von 2.000 bis 3.000 ppm, optimal 2.500 ppm. Dafür werden laut Anleitung 2 kg Salz bei den Modellen für 4 Personen und 2,5 kg bei denen für 6 Personen gelöst.
Kann ich in jeden Whirlpool Salz geben?
Nein. Salz gehört nur in Whirlpools, deren Hersteller das vorsieht. Bestway untersagt Salzwasser in der Anleitung seiner AirJet-Modelle, weil hohe Salzkonzentrationen die inneren Metallteile korrodieren können. Auch bei Salzwasser-Modellen kann zu viel Salz laut Intex Netzgerät und Metallteile schädigen.
Welches Salz braucht ein Salzwasser-Whirlpool?
Intex rät zu Salz, das die Norm EN 16401 für Schwimmbadchemikalien erfüllt, und schließt chloridionfreie Salze aus. Für die EU verweist die Anleitung zusätzlich auf die Liste registrierter Lieferanten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).
Verfasst von
Whirlpool-Kompass RedaktionDie Redaktion pflegt die Produktdatenbank, wertet Herstellerangaben aus und schreibt Kaufberatungen und Ratgeber. Bewertungen entstehen nach der öffentlich dokumentierten Methodik.
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